Premiere League: Transferexzesse unterbinden

Die Premier League hat sich selbst finanzielle Schranken auferlegt, um die ins horrende gestiegenen Transfersummen und Spielergehälter einzudämmen. Die Verantwortlichen sprachen in den Sport News dabei von „Nachhaltigkeit“. Dass die Maßnahmen zum gewünschten Ergebnis führen, ist aber anzuzweifeln.

Mit einer knappen Mehrheit haben die 20 Klubs der englischen Liga sich entschieden, durch finanzielle Regelungen dem Transfer- und Gehaltswahnsinn künftig abzuschwächen. Eine Schuldenbremse und eine Gehaltsobergrenze sollen wieder zum nachhaltigen Wirtschaften der Vereine führen. Dabei dürfen die Teams der Premier League in drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten nur 122 Millionen Euro an Verlusten einfahren. Der erste drei-Jahres-Zyklus beginnt mit der kommenden Saison. Zudem wird der Salary Cap für Vereine gelten, die mehr als 61 Millionen Euro an Gehaltskosten jährlich ausgeben. Wer über dieser Grenze liegt, darf seinen Spieleretat bis 2016 nur um jährlich 4,6 Millionen Euro erhöhen. Gehälter für Management und Trainerstab sind nicht von der Regelung betroffen.

Der Wert für die Schuldenbremse ist sehr hoch angelegt. In den vergangenen drei Jahren haben nur Manchester City, Chelsea, Liverpool und Aston Villa die Grenze von 122 Millionen Euro Verlust durchbrochen. Die Gehaltsobergrenze von 61 Millionen Euro wurde allerdings von 13 der 20 Premier-League-Klubs in der vergangenen Saison überschritten. Spitzenreiter sind dabei der FC Chelsea mit 220 Millionen Euro vor Manchester City mit 202 Millionen Euro an Spielergehältern.

Seitdem Investoren maßgeblich in den englischen Klubfußball eingreifen, haben die Vereine betriebswirtschaftlich ihren Haushalt nicht mehr unter Kontrolle. Rentabilität und Gewinn-Verlustrechnung hatten ihre Gültigkeit verloren, da die Investoren mit privaten Geldern alle Verluste aus eigener Tasche begleichen konnten. So kam es zunehmend zu finanziellen Exzessen, die wenig mit der Realität im Fußballgeschäft zu tun hatten. Die Klubs der Premier League erwirtschafteten trotz Rekordeinnahmen 2011 einen Verlust von insgesamt 420 Millionen Euro. Das ist ein Wert, von dem in Bundesliga News nie die Rede sein wird.

Ob die Maßnahmen in Zukunft die Vereine vor sich selbst schützen können, bleibt fraglich. Angesichts der Summen, von denen hier die Rede ist, bleibt die Gefahr des wirtschaftlichen Ruins für die Klubs bestehen. Der Investor muss nur den Geldhahn zudrehen, dann sitzt der Verein auf einem untilgbaren Schuldenberg.

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