Kasachstan, die Zweite – die deutsche Nationalelf im Nürnberger Frankenstadion

Am Dienstagabend trifft die DFB-Auswahl zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen auf Kasachstan. Das Hinspiel gewann die deutsche Nationalmannschaft klart mit 3:0, doch das erhoffte Torfestival blieb aus. Vor allem weil Deutschland in der zweiten Hälfte nicht mehr konsequent auftrat. Das soll im Rückspiel nicht anders werden.

Der für diese Jahreszeit untypische Schneefall macht auch den besten Rasen kaputt. Deswegen wurde das Abschlusstraining zum WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan auch nicht wie geplant im Frankenstadion in Nürnberg abgehalten. Die Nationalmannschaft wich extra nach Fürth aus, um den Rasen zu schonen. Denn Löw baut wieder auf seine Ball-Zauberer, wie Mesut Özil. Auf einem zerpflügten Acker haben es auch Ball-Akrobaten schwer, ihre technischen Vorteile auszuspielen. Der Bundestrainer bemerkte schon beim ersten Training der DFB-Auswahl im Stadion, dass „der Platz wahnsinnig tief“ gewesen sei. Kasachstan wich auf einen Trainingsplatz des 1. FC Nürnberg aus.

Wie beim 3:0 im Hinspiel in Astana auf Kunstrasen, will der DFB-Coach von seine Mannen von Beginn an Ballstafetten und Tempofußball sehen, um das kasachische Abwehrbollwerk zu knacken. „Ich erwarte, dass wir mit der gleichen Vehemenz ins Spiel gehen wie in Kasachstan“, forderte der Bundestrainer: „Die drei Punkte wollen wir unbedingt holen.“ Die lustlose zweite Halbzeit von Astana hat Löw in der Spielersitzung deutlich bemängelt. „Wir dominieren das Spiel und verlieren plötzlich den roten Faden“, kritisierte auch Teammanager Oliver Bierhoff und warnte: „Gegen Kasachstan ist es gut gegangen, aber gegen starke Gegner wird das anders aussehen.“

Frankenstadion_innen

In der Startelf wird Ilkay Gündogan für den gesperrten Bastian Schweinsteiger auflaufen. Der Bundestrainer hält große Stücke auf den 22-Jährigen, der „bei uns viel an Wertschätzung gewonnen hat. Er ist international auf Top-Niveau.“ Auch BVB-Kollege Marco Reus, der nach einer Gelbsperre wieder ins Aufgebot zurückkehrt, wird von Anfang an neben Özil, Müller und Götze im offensiven Mittelfeld auflaufen. Götze übernimmt dabei die Funktion eines spielenden Stürmers, da Mario Gomez an einer Zerrung laboriert. Doch langfristig ist das spanische System keine echte Alternative. Löw wird wieder mit einer echten Sturmspitze spielen und nicht, wie von den Medien diskutiert, „die Stürmer abschaffen – das ist ja schwachsinnig!“, sagte der DFB-Coach.

Auch in der Abwehr kommt es zu Umstellungen. Da Benedikt Höwedes an einer Muskelverhärtung leidet, springt für ihn Jerome Boateng in die Startelf. Von den Nachnominierten Akteuren Sven Bender (Dortmund), Marcell Jansen (HSV) und Neuling Patrick Herrmann (Gladbach) darf am ehesten Rückkehrer Jansen auf eine Einwechslung hoffen. Jansen könnte links als Alternative für Marcel Schmelzer kommen. Seit 2010 war Jansen nicht mehr vom Bundestrainer berufen worden, doch „jetzt war der Zeitpunkt, Marcell wieder dazu zu holen“, zitierten aktuelle Wettnachrichten Löw.

Im Frankenstadion müssen die Kasachen auf ein kleines Wunder hoffen, wenn sie hier gewinnen wollen. Laut den Fußball Wetten ist Deutschland der haushohe Favorit. Dabei kann man erwarten, dass sich Kasachstan tief im eigenen Strafraum eingräbt und auf Kontermöglichkeiten wartet. „Wir müssen versuchen, wie im Hinspiel ein frühes Tor zu erzielen, damit die Weichen gestellt sind“, sagte Flügelflitzer Marco Reus.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: Neuer (Bayern München/26 Jahre/37 Länderspiele) – Lahm (Bayern München/29/97), Mertesacker (FC Arsenal/28/87), Boateng (Bayern München/24/28), Schmelzer (Borussia Dortmund/25/10) – Khedira (Real Madrid/25/38), Gündogan (Borussia Dortmund/22/6) – Müller (Bayern München/23/40), Özil (Real Madrid/24/45), Reus (Borussia Dortmund/23/14) – Götze (Borussia Dortmund/20/21)

Kasachstan: Sidelnikow (FK Aktobe/33/16) – Gorman (Kairat Almaty/24/10), Logwinenko (FK Aktobe/24/17), Dmitrenko (FK Aktobe/21/5), Kirow (FK Astana/28/27) – Nurdauletow (FK Astana/30/30), Korobkin (FK Astana/28/3) – Dscholtschijew (Tobol Kostanai/22/5), Chairullin (FK Aktobe/28/10), Schmidtgal (SpVgg Greuther Fürth/27/11) – Ostapenko (FK Astana/27/38)

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